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Tauchen im Roten Meer

Im November 2017 ging es für knapp zwei Wochen nach Ägypten zum Tauchen. Hintergrund war zum einen, dem tristen deutschen Novemberwetter zu entkommen und zum anderen die bisher gelernte Tauchpraxis weiter zu verbessern. Der Versuch sich entsprechend in der Unterwasserfotografie auszuprobieren war somit unausweichlich. 

Wo soll es hingehen?

Diese Frage stellte sich gleich am Anfang und ist natürlich individueller Natur. Für intakte Korallenriffe eignen sich beispielsweise die Tauchgebiete südlich von Hurghada oder auch sogenannte Tauchsafaris. Entsprechend viel die Wahl auf den Süden Ägyptens nahe Marsa Alam. 

Auf dem Weg zur Unterkunft ging es mit dem Auto vom Flughafen Hurghada in Richtung Marsa Alam
Auf dem Weg zur Unterkunft ging es mit dem Auto vom Flughafen Hurghada in Richtung Marsa Alam
Sonnenuntergang in der Wüste
Sonnenuntergang in der Wüste

Im Rahmen dieses Beitrags soll nicht unerwähnt bleiben, dass Ägypten seit dem arabischen Frühling 2011 wirtschaftlich am Boden liegt. Während einiger Unterhaltungen mit Ägyptern haben diese die Probleme der gegenwärtigen Militärdiktatur beklagt. Das Land erleidet großen wirtschaftlichen Schaden, wobei die einfachen Einwohner am stärksten darunter leiden und täglich ums Überleben kämpfen müssen. Zusätzliche Tourismuseinbrüche aufgrund der Verunsicherung durch Terroranschläge und der allgemeinen politischen Lage verschärfen diese Situation.  Entlang der Strände ist diese Situation für mich besonders deutlich geworden. So gab es auf dem Weg mit dem Auto zum Hotel sehr viele brachliegende Hotel- und Bauruinen zu sehen. Ebenfalls sehr offensichtlich sind die Unmengen an Plastikmüll, der durch die Wüste fliegt und sich somit entlang der Küste wiederfindet. 

Bauruine eines Hotels am Strand
Bauruine eines Hotels am Strand

Die Tauchschulen bzw. Dive Clubs befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Hotelanlagen, arbeiten aber unabhängig voneinander. So sorgen die Tauchtouristen für Buchungen in den jeweiligen Hotels und gleichzeitig kann der Taucher von dem all-inclusiv-Angebot vor, zwischen und nach den Tauchgängen profitieren und wieder zu Käften kommen. 

Die Hotelanlage zum Sonnenuntergang
Die Hotelanlage zum Sonnenuntergang

Der Sprung ins Wasser

Die ersten Tauchgänge fanden im Hausriff des Hotels statt. Beim Hausriff handelt es sich um einen privaten Küstenabschnitt, der sowohl zum Schnorcheln, als auch zum Tauchen von den Gästen genutzt werden kann.  Über einen Steg gelangt man zur sogenannten Riffkante an welcher der Einstieg in tiefes Wasser erfolgt. Somit wird gewährleistet, dass das empfindliche Korallenriff nicht zerstört wird.

Das Hausriff mit Steg
Das Hausriff mit Steg
Der Einstieg am Hotelsteg, unmittelbar an der Riffkante. Sowohl zum Tauchen, als auch zum Schnorcheln bestens geeignet.
Der Einstieg am Hotelsteg, unmittelbar an der Riffkante. Sowohl zum Tauchen, als auch zum Schnorcheln bestens geeignet.

Neben Tauchgängen wird auch eine Vielzahl an verschieden Tauchausflügen angeboten. Es besteht die Möglichkeit in benachbarten Hausriffen tauchen zu gehen, Tagesausflüge zu machen, sich im Nachttauchen zu versuchen oder auch Bootstouren zu unternehmen. Je nach Taucherfahrung kann man selbst entscheiden nur mit Tauchpartner zu tauchen oder aber einen Guide für geführte Tauchgänge zu buchen.

Bootsausflug zum Tauchen im Dolphine House
Bootsausflug zum Tauchen im Dolphine House

Unterwasser fotografieren

Die Unterwasserfotografie stellt eine Wissenschaft für sich dar. Gängige Routine, wie beim Fotografieren an Land ist völlig hinfällig, da man mit anderen physikalischen Gegebenheiten konfrontiert ist. Das beginnt zunächst bei der Absorption unterschiedlicher Wellenlängen in bestimmten Wassertiefen. Langwelliges rotes Licht wird zuerst absorbiert und ist ab ca. fünf Meter Tiefe nicht mehr sichtbar. Orangefarbenes und gelbes Licht wird ab Tiefen von ca. 15 und 30 Metern vollständig absorbiert. Das hat zur Folge, dass die Bilder unter Wasser ab einer bestimmten Tiefe einen charakteristischen Grün- und Blaustich aufweisen. Um einen Verlust der Wellenlängen auszugleichen sind Unterwasserlampen oder ein Unterwasserblitz unerlässlich. Hinzukommt, dass es sich bei Wasser um ein optisch dichteres Medium als Luft handelt und somit Objekte unter Wasser viel Näher und größer erscheinen, als dies tatsächlich der Fall ist. Aufgrund der hohen Kosten für kameraspezifische Unterwassergehäuse und Lampen, wurden die nachfolgenden Bilder unter anderem mit einer Actioncam aufgenommen. Um den Farbverlust unter Wasser zu umgehen, sind die Bilder in geringen Tiefen oder gar an der Wasseroberfläche entstanden. Die Verwendung eines sogenannten Domeports ermöglicht zusätzlich Aufnahmen unter- und oberhalb der Wasseroberfläche.

Folgende Aufnahmen wurden in einer Tiefe unterhalb von fünf Metern aufgenommen. Es ist ein deutlicher Blau- und Grünstich zu erkennen. Außerdem muss man mit starken Verzerrungen im Randbereich der weitwinkligen Actionkamera leben.

Bei den nachfolgenden Fotos handelt es sich um Aufnahmen nach den absolvierten Tauchgängen im Dolphine House. Die Fotos sind in diesem Fall mit einer Kompaktkamera, entsprechendem Unterwassergehäuse und Unterwasserbeleuchtung aufgenommen worden. Der Unterschied macht sich in der Bildqualität deutlich bemerkbar und die Verwendung einer zusätzlichen Beleuchtung lässt die Farben der Unterwasserwelt in ihrer vollen Pracht zur Geltung kommen.

Unterwegs am Strand

Trotz der vielen Möglichkeiten unter Wasser zu fotografieren, hat der Strand selbst auch jede Menge Fotomotive zu bieten. Versteinerte Korallen, Schlammspringer, Fischadler und jede Menge Krabben ergeben unzählige fotografische Möglichkeiten. Nachfolgend eine kleine Auswahl an Bildern...

Luxor

Nach sehr vielen Tauchgängen und einer gewissen Erschöpfung, gestaltete sich ein Ausflug nach Luxor als willkommene Abwechslung. Dort ergaben sich unvergessliche Einblicke in die Historie des alten Ägyptens. So ging es zum Karnak-Tempel, dem Luxor-Tempel, ins Tal der Könige, zum Totentempel der Hatschepsut und zu den Memnonkolossen. Ein kleiner Eindruck in Bildern...

Zusammenfassend ist ein Tauchurlaub in Ägypten absolut empfehlenswert. Neben der spannenden ägyptischen Geschichte gibt es im roten Meer noch intakte Korallenriffe und eine große Artenvielfalt zu bestaunen. Auch ohne eine Unterwasserkamera sind unvergessliche Eindrücke und Erlebnisse garantiert.

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